Kurzstatement Pioneer BDR-XS07TS

Wenn ein externes BD-Laufwerk gewissen ästhetischen Ansprüchen genügen muss, dann landet man bei Pioneer… So kennt man die Pioneer-CD-Spieler oder auch etliche andere Auto-Laufwerke von damals sahen so aus. Ein üblicher CD-Slot von Audioanlagen in Kleinformat.
Muss es dann auch wirklich alles können, was man mit den alten Plastikscheiben so tun kann, gibt es faktisch nur noch das… Keine Spielereien wie LightScribe und so, aber eben alles, was man theoretisch brauchen könnte.

Zudem entspricht es mit einem Type C Anschluss dem aktuellen Stand und steht schon damit neben ein paar anderen relativ alleine auf dem Markt.

Was den Preis treibt, sind BD-Lizenzen. Nur noch Enthusiasten schauen BDs. Die meisten Scheiben kann man wegen Kopierschutz eh nicht mehr dort lesen, wo sie auch gekauft wurden und so kann ich bis dato nur von CD-Playback reden.
140 € sind heftig, das ist fast der Preis von kommerzieller BD-Software. Wenn man sich den ganzen Markt anschaut, kommt man vielleicht auf 80 €, dann aber für Drives mit chinesischem Region Code, die dann doch noch etwas Frickelei benötigen.

Stromhungrig ist das Laufwerk. Ein Ampere steht drauf – und das braucht es auch. Egal ob im Betrieb oder nicht. Werden wie für USB 3 üblich nur 800 mA geliefert, gibts eben keine Verbindung. Deswegen hat das Laufwerk auch einen Netzeil-Anschluss, für 3,5 mm Hohlstecker. Aber: ein Netzteil gibt es dann wiederum nicht. Müsste man sich also zukaufen, wenn man schon weiß, dass man Type C ohne genügend Power hat.

Ansonsten ist das Laufwerk den Erwartungen entsprechend. Der Read Speed für die Digitalkopie einer Audio-CD ist entsprechend verbauter BD-Laufwerke ebenbürtig…

Entscheidung meinerseits dafür war eine ganz simple: Es hat eben keinen Sinn ein CD oder DVD-Laufwerk zu nutzen, und so gab es eben einen externen BD-Brenner. Wenn schon, dann doch viel in einem Laufwerk vereint. Ob man es jetzt nun braucht oder nicht sei mal dahin gestellt, aber die paar BD-Scheiben aus dem Schrank würde ich trotzdem noch gerne ansehen – bzw. für ein Tablet oder den Flug fertig machen, so dass aus den Scheiben auch etwas Nutzbares wird.

Logi Zone True Wireless

Seit etwa drei Wochen sind die Zone True Wireless im Einsatz. Den Hybrid aus PC Headset und Kopfhörern für die Straße.
Probleme mit InEar hatte ich bisher nicht. Natürlich sind Bügel-Kopfhörer länger tragbar, sind aber nicht unbedingt Brillenträger-Tauglich.
Wer lieber Bügel braucht, greift halt zum anderen Modell. Was Evolve2 für Jabra ist, ist Zone für Logi. Nur dass Jabra eben noch nicht mit True Wireless ankam.

Dongle und Bluetooth im Dualbetrieb

Einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt die Zone True Wireless wählte. Sie kommen mit einem USB-Dongle und damit mit einer voraussichtlich deutlich besseren Bandbreite als in eurem Bluetooth Kanal. Das kann fast jeder Kopfhörer aus dem Business-Bereich bereits, aber halt True Wire… (okay, ich hör schon auf…)

Alles hat aber auch Schattenseiten. Noch scheint sich Bluetooth und USB zusammen zu stören. Verbinden tut sich alles, aber die Logi Tune App kann die Einstellungen der Zone True Wireless nicht ändern, solange der USB-Dongle ebenfalls sendet. Was ich also vorschlage? Eine Windows-App, die genau das tut, was auch die Android-App tut, nur über den USB-Dongle.

Was man vielleicht auch verbessern könnte:

  • Optionen für Überspielen oder Durchmixen von Ton, wenn von den beiden Eingabequellen gleichzeitig Tonsignale kommen
  • Für genau diesen Fall auch eine Option, ob Play/Pause ans jeweils andere Gerät gesendet werden soll (auffällig für mich ist, dass Windows z. B. nur still wird, wenn das Smartphone klingelt, aber kein Pause-Befehl gesendet wird)

Active Noise Cancelling

Die Königsdisziplin für jedes Noise Cancelling ist Fahrtwind. Ab aufs Rad, ANC an und schauen, ob man überhaupt noch was von der Musik versteht ohne sie in den Tinnitus-Bereich hochdrehen zu müssen.
Auch Bose hat daran wohl etwas länger gearbeitet. Während meiner Zeit mit den QuietControl 30 wurde genau das nach und nach über Zeiträume von mehreren Jahren besser.

Weitere „Problemzonen“, die ich noch nicht testen konnte, wären prinzipiell deutlich lautere Geräusche, die an sich schon Hörschädigung hervorrufen würden. Dinge wie quietschende Güterzüge innerhalb von Bahnhöfen…
Was ich irgendwann feststellen werde: Zwei ICEs der DB, die sich bei gut 250 km/h gegenseitig kreuzen, erzeugen einen doch größeren „Druck-Ton“, der auch damals bei Bose schon deutlich schmerzhafter wurde als hätte man ihn ohne Kopfhörer erlebt.
All das wird sich noch rausstellen müssen.
ANC muss einfach eine gewisse Grenze kennen. A la „Das tu ich auch nicht in umgekehrt, weil es auch umgekehrt Hörschädigung wäre“. Einfach eine Priorisierung, wann der eigentliche Schallschutz der Kopfhörer zu priorisieren ist.

Die Zone True Wireless sind hier leider auch nicht die Spitze, Fahrtwind ändert seine Tonlage, ganz nach dem Gegenschall-Prinzip, das hinter ANC steht, aber er ist nun mal eben hörbar.

Klang und Mikrofon

Der Klang ist entsprechend gut, viel Unterschied zu den Bowers & Wilkins MM-1 höre ich nicht mehr, aber verlasst euch da nicht auf meine Meinung.
Auch bezüglich Mikrofon kann ich dem Volker Weber nur beipflichten. Mindestens auf Ebene der Jabra Evolve2 Serie. Unterschiede in Meetings hört man nicht mehr. Auch der Baustellenkompressor im eben verlinkten Beitrag zeugt von ganz guter Schallisolierung.
Hier gibt es also in den letzten Jahren wohl doch einige Fortschritte.

Was ein wenig stört, sind die 2–3 „geschluckten“ Sekunden, wenn lange kein Signal gesendet wird – nur beim USB-Dongle – man hört wie beide Geräte gesucht werden und erst hinterher ein sauberes Stereosignal aufgebaut wird. Da ist einfach ein paar Sekunden hin und her im Ton.

Und jetzt werde ich mal echt pingelig

Der USB Dongle könnte wie die Bolt-Receiver für Tastaturen ähnlich auswechselbar sein. Bolt und Unifying ist einer der Hauptgründe, warum Logitech in Firmen gut läuft, wenn der übliche Anwender Massen an Unifying Receivern verbaselt. Das könnte man auch bei Kopfhörern machen, oder? Einfach ein neuer Dongle, der im Frequenzbereich sucht und notfalls auch zwei oder drei Headsets gleichzeitig ansteuert, oder eben Kopfhörer.

Die Tasche ist schick, hat aber faktisch keinen Nutzen. Der USB-Dongle steckt in einem Pappschuber, das heißt aber auch, dass die Gummischlaufe für den Dongle alleine zu groß ist. Wenn wir jetzt schon dabei sind: Die Kopfhörer samt Ladecase passen eben nicht in die Schlaufe vom Schuber mit den Ersatz-Eartips – und wenn doch, dann bekommt man den Reißverschluss nicht mehr zu.
So bleibt das Täschchen eben ein Zubehörtäschchen und kann eben nicht dafür verwendet werden, die Kopfhörer mitsamt Zubehör zu transportieren. Das ganze dann aus Textil ist nett, auch für den Preis erwartbar, aber vielleicht für etwas, was nur im Schrank rumliegt etwas zu viel.

Fazit

Im Grunde genommen gibt es wenig auszusetzen. Logi ist es gelungen einen Business-Kopfhörer in Inears zu verpacken, ohne dass es größerer Nachteile bedarf.
Bei ANC gibt es besseres – dann aber aus dem Kopfhörer-Bereich, die Zone True Wireless versuchen zumindest auch weiterhin noch Headset zu sein.
Auch verständlich, kann sein, dass hier die Android-App noch in den Kinderschuhen steckt – vielleicht auch weil der Fokus bei Logi auf Apple liegt und die Android App nur mit leichten Anpassungen einfach von der iOS-App abgewandelt wird.
Für 300 Euro müsste man sich aber ganz bewusst für True Wireless entscheiden. Für gleiche Preise gibt es z. B. Plantronics Voyager oder Jabra Evolve2 Geräte.

Lasst uns einmal übers Craob X sprechen

Vor einigen Tagen ging das Craob X durchs Netz. Ein angeblich Anschlussloses Notebook, oder Ultrabook, wie man es hätte 2018 noch genannt.
Viele läuten hier wieder einmal die “Fake”-Glocke, wirken die technischen Daten doch etwas zu gut, um wahr zu sein.

Schauen wir einmal realistisch drauf

7 Millimeter ist kein unmachbares Ding. Solch ein Notebook wird man sicher produzieren können. Daraus entstehen wird bei einer i7 CPU ein recht heißes Stück Aluminium, auf dem es sicher nicht mehr so ganz angenehm ist, seine Finger drauf zu haben. Wenn es wirklich clever designt ist, wird auch nur die Tastatur so heiß sein. Ich hoffe einmal, dass die Heatpipes entsprechend übliche Handballenauflagen auslassen.

Wireless Thunderbolt?

Ich glaube nicht daran, dass die Thunderbolt-Anschlüsse am Craob X tatsächlich kabellos sind. Womit sie sicher nicht gelogen haben, ist die Kabellose QI-Aufladung. Xiaomi hat auch schon gezeigt, dass diese in entsprechender Ladeleistung möglich sind.
Beim Dock hat man sich aber womöglich einigen Tricks und Marketingmogeleien bemüht. Schaut man sich die Produktbilder an hängt das Dock hinten am Monitor und verschleißt damit die winzigen Scharniere zwischen Bildschirm und Tastatur noch schneller. Aber: Es hängt genau über dem Logo – und dieses Logo besteht meiner Erwartung nach aus genau solchen Kontaktpins, die für Thunderbolt notwendig sind.

Also ja, es lädt kabellos, aber die Datenverbindungen sollten nach Magsafe-Manier ein Magnetkontakt sein.

Weiterhin Vorsicht wahren

Womit all die Fake-Brüller recht haben, ist die schlecht zusammengewürfelte Internetpräsenz ohne Impressum. Alle Rahmendaten und alles Marketing was bisher getan wurde basiert darauf ein Medienecho zu erzeugen und ist darauf ausgelegt Mundpropaganda zu fördern.
In meinen Augen ist dies statt eines Entwicklungsversuchs eher der Versuch Kapital aus Crowdfunding zu sammeln.
Dies wird man spätestens dann merken, wenn ein tatsächliches Crowdfunding gestartet wird. Indiegogo lässt z.B. noch Fake-Crowdfundings zu, die einzig und allein dem Geldsammelzweck dienen. Bei Kickstarter ist dies seit ein bis zwei Jahren nun nicht mehr der Fall.
Wo genau also das Crowdfunding eröffnet wird, spielt nun zumindest für mich eine entscheidende Rolle.

Auch die Vermischung von Begriffen entspricht nicht mehr aktueller Gangart. Ein Ultrabook hätte man als solches sicherlich noch 2019 so bezeichnet, heutzutage wird die dünne Geräteklasse aber immer mehr als klassisches Notebook bezeichnet. Auch dies ist ein Punkt, der meine Meinung aktuell eher in Richtung Marketing-Stunt treibt. Alle Crowdfunding-Fakes müssen technisch umsetzbar sein, um genügend Geldgeber zu überzeugen, sonst ist der Stunt nicht erfolgreich, all diese Alarmglocken schrillen gerade.

Photoshop-Produktbilder mögen in der Konzeptphase völlig normal sein, man bewirbt schließlich ein nichtexistentes Produkt.

Eine 10.0.0.0/24 spart keine Bandbreite ein

Ein kleines Gerücht oder ein kleiner Scherz den ich in der Branche nicht nur einmal gehört habe.
Man könne ein Class A Netz nehmen und würde dadurch sogar Bandbreite einsparen, weil eine 0 ja eben nichts sei.

Nein, eine 0 ist eben nicht NULL.

192.168.0.1
10.0.0.1

11000000.10101000.00000000.00000001
00001010.00000000.00000000.00000001

Und jetzt versteht ihr, warum ein Class A Subnet eben gar keine Bandbreite einspart?
Dann hätten wir das geklärt.

Wer es bis hierhin noch nicht verstanden hat:
Die IP-Adressen haben feste 8-bit-Blöcke, und weil sie eben nicht mit NULL gefüllt sind, ist eine dezimale 0 eine binäre 00000000, weil die 8-bit-Breite eingehalten werden muss. Es ist elektrisch auf der Leitung weniger Spannungsspitze, das stimmt. Aber jetzt mit Energiesparen anzukommen ist auch nicht angebracht.

Kopfhörergedanken

Seit einiger Zeit nutze ich ja die Surface Headphones. Stationär zu Hause am PC, der dort eh immer steht. Ganz selten mal unterwegs.
Weil bei mir am PC relativ viel Audio ist – mit allen möglichen Steckern die alle ein extra Audiogerät sind – und wegen einem Bluetooth-Adapter der neben Tastatur recht wenig parallel kann – laufen die über einen extra Adapter. 1Mii nennt sich die Firma.

Soweit so gut, alles läuft auch recht gut – sofern es eben nicht zum Mikrofon kommt.

was mich an den Surface Headphones stört

Die Headphones piepsen bei jeder Lautstärkeeinstellung, zumindest immer dann, wenn sie nicht erkennen an einem Windows-Gerät zu sein. Bei dem 1Mii Audioadapter ist das aber immer der Fall – damit kann ich gerade nicht die schöne Bedienung über die Ohrmuscheln verwenden, weil sie mir durch das gepiepse die ganze Musik kaputt machen. Bei allen Volume-Reglern ist das Gepiepse im Ohr. Pro Stufe eins, und etliche gepiepse nur weil ein wenig verdreht wurde sind ziemlich penetrant.

Auch sind die Kopfhörer mit meiner Brille nicht so ganz vereinbar. Zumal die Bowers & Wilkins MM-1 ein weitaus klareres Klangbild haben.
Deshalb bleiben die Surface Headphones relativ lange in der Ecke und die Lautsprecher werden häufiger verwendet – was wiederum in Mehrfamilienhäusern nicht ganz so angebracht ist.

Was jetzt?

Ich fasse also langsam aber sicher die Idee wieder auf dem Kopfhörer-Markt zu suchen. Zur Brille sollte er passen, nicht vom Design, sondern vom Komfort her. Er sollte halt auch nicht wie die Surface Headphones ein penetrantes piepen von sich geben, wenn irgendetwas verstellt wird und dank der Bowers & Wilkins Lautsprecher weiß ich nun dass es dort doch noch Unterschiede gibt.

Was fasse ich nun an?

True Wireless. Besonders die Kombination aus HiFi und True Wireless muss gut überlegt sein, weil man die Dinger nicht retournieren kann oder möchte. Sind ja immerhin wie Hygieneartikel zu behandeln.
Bowers&Wilkins PI7 und PI5, die Beoplay EQ und diese Riege kommen gerade in betracht, ich habe aber noch relativ wenig Vertrauen darin, dass man dass man auch die Studiomonitor-Masterfiles die gut und gerne mal 6000 kbit/s an Audioauflösung haben wird vernünftig durch Bluetooth schieben können.
Daneben gibt es noch so Rand-Startups wie Nuratrue, die vom Konzept her erst mal nach Spielerei aussehen, es aber halt nicht unbedingt sein müssen.

Halten wir fest: Brille, Kopfhörer und HiFi-Anspruch sind relativ schwer vereinbar.

Das einfach beste Office Headset

Vorab: Das hier ist keine Werbung, ich bin nicht mit Jabra verbandelt oder bin auch nie dafür entlohnt worden. Das hier ist also tatsächlich meine persönliche Meinung:

Ich bin immer ein Fan von Qualität. Wer billig kauft kauft mehrfach – das gilt einfach für alles.

Wenn es um Headsets geht die wirklich nur im Office verwendet werden greift man zum Jabra Evolve2 85. Ein sehr stolzer Preis, der aber total gerechtfertigt ist wenn man das Ding einmal hat.

Warum?

  • Das Noise Cancelling ist für das Großraumbüro entwickelt worden. In dem Headset steckt ein spezielles Active Noise Cancelling, das dafür gemacht wurde um Bürogeräusche zu eliminieren. Fährt man damit Zug oder Auto merkt man das ganz deutlich – da setzt man sich doch lieber wieder ANC von Bose auf.
  • Mikrofon am Kopfbügel, das braucht man auch heute noch, gerade wenn es an Großraumbüros geht die sich nicht von Restaurant-Geräuschkulisse unterscheiden.
  • Wegen dem Kopfbügel ist man geneigt das Headset tatsächlich nur im Office zu verwenden, als Bonus dazu gibts die Ladestation, die das Headset noch mal ein bisschen teurer macht.
  • Over-Ear, weil du die lautesten Kollegen tatsächlich nur physisch von deinem Ohr fernhalten kannst.
  • Teams-Zertifizierung – oder wahlweise Unified Communications – für so Schnickschnack wie Anrufannahme und so.

Ja, ich weiß, 300+ Euro wird auch für Firmen nicht immer drin sein, aber ich rate euch schon dazu zumindest die Führungskraft oder ein paar Entscheider damit auszustatten, wenn es schon nicht für alle Mitarbeiter in die Standardausstattung gesetzt werden kann. Für alle anderen würde ich trotzdem empfehlen zumindest bei Jabra als Hersteller zu bleiben. Auch gegenüber Plantronics kann Jabra deutlich überzeugen, das kann man aber erst verstehen wenn man z.B. ein Evolve2 85 produktiv verwendet hat.
Jabra ist vernünftig, weil es oftmals von einem Gerät gleich mehrere Varianten gibt, z.B. USB-A, USB-C, jeweils Kabelgebunden oder mit Funkempfänger, Bluetooth, etc. Man merkt einfach dass Jabra verstanden hat dass es trotz USB ziemlich viele verschiedene Anschluss-Szenarien gibt. Für jede von diesen produziert Jabra eine variante.

Das Jabra Evolve2 65 ist das gleiche, mit der Einschränkung Over-Ear – und damit Einbußen im Noise Cancelling. Dafür statt 300 € preislich etwa die Hälfte. Ein Evolve2 85 lohnt sich aber nicht wenn der Laptop selbst genau so teuer war.

Vertrieblich und bezüglich der RMA-Abwicklung kann ich Jabra nicht bewerten – da mir tatsächlich noch nie ein Jabra-Headset kaputt gegangen ist – ich weiß auch noch von keinem Jabra-Headset welches je ein RMA-Fall geworden wäre.
Die Creme de la Creme wäre es nun wenn Jabra dran bleibt und ähnlich Bose für den Consumer-Markt permanent Firmwareupdates fährt. Einerseits um die Teams-Headsetfunktionen aktuell zu halten und andererseits um regelmäßig neues Noise Cancelling zu machen.
Bose tut das regelmäßig, vorausgesetzt die Nutzer behalten die Kopfhörer-Apps auch auf dem Telefon und öffnen diese auch gelegentlich mal.

Alles in Allem würde ich also in Zukunft bei beruflich benötigten Headsets immer zu erst einmal bei Jabra nachschauen.

Die Surface Headphones im Test

Microsoft muss sich schon seit längerer Zeit neu orientieren. Mit dem Betriebssystem geht es auf sehr lange Sicht nicht mehr richtig weiter, da die jungen sich alle relativ früh an Android gewöhnen und im Hardwarebusiness fasst man gefühlt immer noch Fuß.
Vor kurzem gab es tief in der Nacht für relativ kurze Zeit die Surface Headphones für einen recht guten Preis, und so konnte ich dort auch einmal Hand anlegen

Vorweg sei einmal gesagt, dass ich kein Audioprofi bin. Ich kenne zwar den Unterschied zwischen HiFi und Normalo und meine auch den Unterschied zwischen unkomprimiert und MP3 zu hören, das mag aber alles Pseudoeffekt sein.

Die Surface Headphones kommen wie für die Serie üblich in einem doch hochwertigen Karton an, der eher an Smartphones erinnert, aber der Designsprache der Linie total entspricht.

Im Karton ist erst einmal – und das ist schön – eine Tragetasche, in der die Kopfhörer auch gleich drin sind. Mit dabei ein USB Type C Kabel (endlich lernt Microsoft mal, dass USB Type C auch zum Laden verwendet werden kann) und ein Klinkenkabel.
Ich schätze aber mal, dass das Klinkenkabel so gut wie gar nicht benötigt wird. Immerhin handelt es sich hier um Bluetooth-Kopfhörer und das wird in meinen Augen auch der Haupteinsatzzweck sein.

Designtypisch für die Serie sind die Oberflächen aus Aluminium und in hellem Grau gehalten. Immerhin soll es sich zu den Surfaces gesellen. Auch der komplette Rest des Hörers ist in verschiedenen Grautönen.

Aus der Packung angeschaltet haben die Kopfhörer erst einmal ca. 60 % Akkuladung und schalten sich direkt in einen Suchmodus ein. Wie ein übliches Bluetooth Gerät zum Smartphone geklickt und schon kann es losgehen.

Cortana begrüßt, nennt die Akkulaufzeit in Reststunden und von welchen Geräten man gerade Ton hören sollte (Die Kopfhörer können zu zwei Geräten parallel Verbindung halten).
Positiv: Auch Android sieht den Akkustand der Kopfhörer und kann diesen anzeigen. Hier lernt Microsoft also auch, dass es nichts bringt eigene Hardware auch an eigene Software zu binden und die Surface Headphones nutzen hier Standard-Bibliotheken aus dem Bluetooth Konsortium.

Der linke Drehregler am Kopfhörer stellt die Welt leiser und der rechte dreht die Musik lauter. Cortana erkennt, ob Musik läuft und sagt an, wann Maximum erreicht ist, ansonsten ist dies während der Musik mit einem Piepen zu hören. Wenn die Geräuschverstärkung aktiv ist, passiert dies genau so. In Musik mit Piepen, sonst Cortana.

Schade ist, dass die Erstsetup-Anleitung nicht direkt auf die Kopfhörer reagiert. Dreht man bei der Ansicht dann auch tatsächlich den Drehregler, hätte ich ein kurzes “gut gemacht” gefolgt vom nächsten Schritt erwartet. Bei Apple und Google würde ich dies fast schon voraussetzen.

Noise Cancelling

Active Noise Cancelling ist immer so ein Ding. Letztendlich Antischall und in Kürze erklärt: Das Gegenteil von dem der Mikrofone aufgezeichneten Signal in Echtzeit über die Kopfhörer abgespielt. Beide Schallwellen gleichen sich aus und zack: Stille.
Das Schwierige daran ist, dass jedes Gehör anders ist und man ganz genau herausfinden muss wie viel die Kopfhörer ohnehin schon mechanisch aus dem Ohr raushalten. All das bestimmt die Stärke der dann auszuwerfenden Schallwellen.
Bei den Bose QC30 die ich hier schon einmal vorstellte, ergab dies in frühen Firmwareständen meist ein ganz lustiges, relativ hoch klingendes Hundegebell eines viel zu kleinen Dackels, wenn denn mal ein doch größerer Hund zu hören war. Auch eines der großen Probleme bei den QC30 war, dass Druckwellen und deren Ton von aneinander schnell vorbei fahrenden Zügen via ANC relativ schmerzhaft ans Trommelfell weitergegeben wurden, Bose glich dies relativ schnell aus und so war dies kein großes Problem mehr.

Es lohnt sich also, nicht nur bei Microsoft, sondern bei fast allen ANC-Kopfhörern die Apps zu behalten und auch mal zu öffnen. Zumindest Bose hat fast ständig Firmwareupdates mit neuen Versionen der ANC-Software. Man kann nur hoffen, dass das Microsoft ebenso tut.

Soweit ein kleiner Ausflug in die Technik. In meinem näheren Umfeld habe ich leider keine Hunde, und wenn, dann sehr ruhige Hunde denen das “sprechen” fieser Weise abtrainiert oder gar abgezüchtet wurde oder welche die mit ihrer Situation scheinbar zufrieden sind. Auch hat sich jetzt mein Lebensstil etwas geändert. Ich bin kein Pendler mehr und damit ist die verlorene Lebenszeit in Zügen faktisch gar nicht mehr vorhanden. Käme es wieder zum Pendeln, wäre nun relativ schnell ein Auto gekauft und beim Fahren sind Kopfhörer sowieso tabu.
Ich werde das Noise Cancelling also nicht auf die gleiche Weise wie bei den Bose QC30 testen können.

Da das ANC der Surface Headphones regelbar ist (für mich eine Grundvoraussetzung für ANC-Kopfhörer) war ich mit diesen auch bereits auf dem Fahrrad unterwegs. Dazu gehört dann auch der entsprechende Fahrtwind.
Die Surface Headphones spielen den Fahrtwind auch 1-2 Sekunden bei passendem Wind in die Ohren ab, haben dann aber einen hörbaren “Schalter” der das ganze einmal wegschaltet (Die Bose QC30 tun an Fahrtwind auch mit aktueller Firmware faktisch gar nichts, was vielleicht sogar besser ist). Da man auf dem Fahrrad ganz besonders unter Kopfhörern sich üblicherweise häufiger umschaut passiert das auch relativ häufig. Für windige Gegenden ist die Variante Microsoft vom Noise Cancelling also für Spaziergänge geeignet, aber nur unter Bedingungen zum Radfahren (mal abgesehen davon, dass dich die Polizei mit kleinem Bußgeld belegen kann, wenn dies entdeckt wird).

Moderater Straßenlärm zu Corona-Stillstands-Zeiten ist überhaupt kein Problem. Ein vor dem Haus auf unebenem Kopfsteinpflaster fahrendes Auto hört man natürlich.
Allerdings werden Türen die beim Schließen, weil sie verzogen sind gegen einen Widerstand gedrückt werden und dann natürlich knallen, problemlos ab ca. der Hälfte der Stärke unterdrückt. Von konstanten Rauschgeräuschen spreche ich hier gar nicht erst, weil das unter anderem auch einer der ersten Einsatzgründe für Geräuschunterdrückung ist.

Ton

Ausführlich über die Schallunterdrückung kann man immer schreiben. Aber man sagt ja, dass man mit Kopfhörern ja auch Dinge hören kann. Das funktioniert natürlich auch mit den Surface Headphones.
Alles in allem stehen sie denjenigen die ersetzt werden – den Razer Electra – nichts entgegen. Noise Cancelling am stationären PC ist vielleicht ein bisschen übers Ziel hinaus und sie werden ja auch mit dem Surface auf Reisen gehen – aber damit kann ich jetzt mein Reiseset auf die Bose Quietcontrol 30, ein paar Bowers & Wilkins C5 und eben die Surface Headphones, wenn sie denn mitmüssen, einschränken.

Vergleichen möchte ich die Surface Headphones primär mit den Bose Kopfhörern. Ein Vergleich mit HiFi-Inears wie die C5 ist einfach nicht angebracht. Die Surface Headphones versuchen gar nicht erst sich im HiFi Bereich zu platzieren, dann braucht man sie auch nicht mit HiFi vergleichen.

Aufgrund der Bauweise haben die Surface Headphones einen recht kräftigen Basston, das bekommen die Bose InEars zwar auch hin, aber über die Over-Ears wirkt der Bass noch einmal ein bisschen kräftiger. Im Vergleich Bose und Bowers & Wilkins würde aber trotzdem B&W gewinnen, weil dort das Klangerlebnis komplett ohne Geräuschunterdrückung einfach echter wirkt.
Im Ersteindruck hatte ich das Gefühl, dass ich mich besonders auf die Mitten konzentrieren muss, um diese auch zu hören. Ganz so verteufelt wie “beats by dr. dre” (die man als Liebhaber von Musik nun wirklich nicht kaufen sollte) sind die Surface Headphones nicht – das mag aber auch daran liegen, dass ich jahrelang keinen Over-Ear aufgesetzt hatte und nur InEar-Ton im Ohr hatte.

Schlussendlich habe ich mir dann (wie bei fast überall) einen kleinen EQ eingesetzt:

Mit dieser fast vertikalen Linie fahre ich meinen Musikgeschmack quer durch die Genres eigentlich meist gut.
Alles in allem ist der Ton schon ausgeglichen und vergleichbar mit den Bose In-Ears

Anschließend noch die Mikrofone:

Folgende Minute habe ich einfach mal gelabert. Initial als mp4-Audio, zwecks WordPress einmal mit den Höchsteinstellungen zur MP3 gemacht. Hört einfach selbst:

Ein Problem der Bandbreite

Bluetooth hat eine extrem schmale Bandbreite. Nutzt ihr wie ich mehrere Geräte aus dem Surface-Lineup und betreibt ihr eure Maus und Tastatur womöglich ebenfalls via Bluetooth werdet ihr das über die Surface Headphones recht schnell merken.
Würde ich diesen Text via Bluetooth an meinem Microsoft Modern Keyboard tippen, hätte ich alle Nas lang kurze Aussetzer im Ton. Das liegt scheinbar daran, dass sich alles ein Megabyte teilen muss. Ganz besonders merkt man das beim Fingerprint via Bluetooth, aber richtig störend wird es erst wenn ihr mit Bluetooth-Geräten in Spielen unterwegs seit – unabhängig davon ob zeitkritisch oder nicht.
Ihr solltet also darauf achten beim Einsatz der Surface Headphones beim Spielen möglichst wenig Traffic über andere Geräte zu haben.

Doppelverbindung oder nicht

Ein kleines weiteres “Ärgernis”: Die Surface Headphones können sich mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden. Manchmal verhaspeln sich die Kopfhörer aber und ignorieren Audio von einem Gerät. Um das dann zu beheben, müsst ihr entweder bei einem Gerät Bluetooth deaktivieren, oder das andere Gerät in der App trennen. Nervig, aber machbar, und sicherlich etwas das Microsoft bereits in der Liste der Fehler hat.

Die App

… ist relativ rundimentär. Die Surface Headphones suchen, sie verbinden und dann die jeweiligen Einstellungen anzeigen – nicht viel mehr. Allerdings kommen über die App auch die Firmwareupdates, und das ist, weil eine Android und iOS-Variante fehlt, noch der einzige Weg diese zu aktualisieren. (Warum eigentlich nicht direkt in Microsoft Update zusammen mit den anderen Gerätetreibern?)
Was die App nicht kann: Lautstärke und ANC-Stärke via Mausklick setzen, dass muss weiterhin über die Drehregler passieren.

Fazit

Die Microsoft Surface Headphones sind gute Kopfhörer, die einen für die Geräteklasse starken Bass haben, aber im Prinzip nichts am Ton vernachlässigen. Für viele wird es womöglich auch Noise-Cancelling vom Smartphone weg, hin zu professionelleren Arbeiten am Laptop bringen. Weil sie eben via Noise-Cancelling nicht originalgetreuen Sound wiedergeben sind sie nur bedingt etwas für Musik- oder Videoproduzenten, aber zum normalen Arbeiten und “Abschalten” auf Reisen ein guter Begleiter, der sich nicht nur aufs Handy konzentriert.

Wünschen würde ich mir aber trotzdem noch eine Android- und iOS App. Wenn Microsoft im Hardwarebusiness Fuß fassen will, dann ist auch dort eine App (die genau so Firmwareupdates macht wie die Desktop-App) angesagt.
Fast alle Probleme, die ich mit den Surface Headphones hatte, sind via Software oder Firmware lösbar. Generell sind fast alle Geräteprobleme, die mir in der Surface Serie untergekommen sind auch auf Software zurückzuführen, was aber auch heißt, dass Microsoft mit der Hardware einen verdammt guten Job macht.
Technische Kniffe benötigt es nur zum Management vieler verschiedener Surface Zubehör-Geräte in parallelem Einsatz. Mit Surface Keyboard, Surface Mouse, Surface Headphones und Surface Dial könnte es relativ knapp werden im schmalen Äther den Bluetooth zur Verfügung hat (Stichwort Traffic Shaping und QoS im Bluetooth-Bereich).

Für die Zukunft erwarte ich regelmäßige Softwareupdates, die einerseits die Probleme ausbessern, aber andererseits auch Verbesserungen, z.B. im Noise Cancelling mitbringen und würde auch zu In-Ear-Kopfhörern oder einem kleinen Bluetooth-Headset in der Surface-Serie nicht nein sagen.

TL;DR

Pro:

  • Das Noise Cancelling versucht Fahrtwind auszugleichen
  • Tonqualität trotz Bluetooth ausreichend
  • Das veränderte “Druckgefühl” bei aktivem ANC ist vorhanden, aber nicht stark und bei weitem schwächer als bei den Bose QuietControl 30.

Verbesserungsvorschläge:

  • Wenn schon Cortana auf den Kopfhörern ist sollte man auch eine Titelansage per Cortana-Stimme machen können. Für diejenigen die dies wollen.
  • Nur um es noch etwas flüssiger zu machen: Die Verpackung verweist relativ zentral auf die “App” hin die man sich herunterladen kann. Viele können sich denken, dass es sich hier dann nur um eine Windows-App handelt, aber wenn man schon von “App” und nicht von “Windows-App” spricht, kann man doch auch eine iOS- und Android-App nachlegen, oder?

Contra:

  • Weil die Kopfhörer mit mehreren Geräten verbunden werden können verhaspelt sich der Kopfhörer manchmal und ignoriert das Audio eines Gerätes während das andere eigentlich ebenfalls Still ist.
  • Die Stufe zwischen Geräuschverstärkung und ANC sollte noch eine Stufe “ANC aus” enthalten.
  • Die Mikrofontaste gibt keinerlei Audio-Feedback ob aktiv oder nicht (wenn das überhaupt deren Funktion ist).
  • Die Power-Taste könnte erhobener sein. Will man die Kopfhörer die ersten Male “blind” ausschalten kann man sich nur die Mikrofontaste erfühlen und muss dran denken, dass eine fast nicht fühlbare Taste darüber ist.
  • Nutzt man wirklich alle Bluetooth-Zubehörteile (Maus, Tastatur und Kopfhörer) kann es zu kurzen Aussetzern im Ton kommen.

SSD Power Cycling, langsam gewordenes reparieren

Ich hätte nie gedacht, dass so etwas funktionieren würde – mit einem eigentlich recht simplen Power Cycling habe ich jetzt bereits mehrfach diverse SSD-basierte Rechner mit verschiedenen Fehlern einfach repariert.

Falls das System urplötzlich langsam wird, oder gar “Einfriert” – oder nicht wirklich einfriert sondern nur äußerst träge reagiert – dann könnte daran tatsächlich auch die SSD schuld sein.
Nach einem Neustart ist dann kurz erst einmal alles wieder in Ordnung (die SSD-Controller sind darauf ausgelegt für kurze Zeit höhere Datenraten durchzujagen, dann aber doch langsamer zu werden, aber eben nicht zu langsam) – aber nach 10 Minuten Arbeit ist wieder alles träge.

Was half ist das erstaunlich unbekannte “SSD Power Cycling”. Man hilft dem Wear Leveling der SSD (z.B. auch nach harten Reboots sinnvoll) das Zeug zu machen was es tun soll, ohne durchs Betriebssystem gestört zu werden.
Der simple Trick:

Rechner an, ins BIOS-Menü rein und stehen lassen. Länger stehen lassen, 30 bis 60 Minuten.

Der Trick dabei: Das BIOS greift nicht auf den Datenkanal der SSD zu. Es legt weiterhin die 12v-Schiene vom Netzteil via SATA-power (oder eben PCI-e) an, aber die SSD bekommt einfach nichts zu tun. Dann kann der Controller sein Wear Leveling durchführen, ohne sich partout an Steuerbefehle vom System halten zu müssen.
Windows selbst kann das Wear Leveling der SSD nicht beeinflussen, allerdings könnte es sein dass durch harte neustarts oder besonders viel Lese- und Schreibaktivität das Wear Leveling derartig gestört wird, dass solche Probleme auftreten.

In der Regel hat mir das bisher bei einigen Fehlern aus der Patsche geholfen. Um auf solch eine Lösung zu kommen muss man schon etwas um die Ecke denken, weil ein langsames Windows in der Regel ja doch von zu viel Arbeitslast auf der CPU oder zu viel Daten im RAM erzeugt wird. Allerdings erfordert das eine gewisse Logik zu erkennen ob ein System für das was drauf läuft eigentlich ausreichend ist.

Modern Keyboard: Fingerprint da wo er sein sollte

Mit dem Modern Keyboard hat Microsoft die Sensorik für den Fingerprint dahin gebracht wo er sein sollte. In einer Taste.
Vorbei sind die ganzen Laptops mit dem “Drüberwisch-Schlitz” – Microsoft sagt nun wo es hingeht.
Ein kurzer Test.

Das Modern Keyboard von Microsoft. Hier mit der Modern Mouse und dem Surface-Stift dargestellt. Bildquelle: Microsoft Store

Letztendlich ist das Modern Keyboard nichts anderes als das Surface Keyboard in Variante Premium. Auch vom Preis. 140€ ist ein sehr stolzer Preis und eher auf Ebene Apple als auf Ebene Microsoft-Zubehör. Da das Modern Keyboard die Antwort auf Apples Magic Keyboard ist, kann man diese Preisgebung aber auch verstehen.

Nach einer besonders langen Zeit nach der US-Version des Keyboards ist es nun endlich auch in deutschem Layout verfügbar. Hier wundert es mich ein wenig, weil ich diese Symptomatik bei vielen Geräten mit Fingerprint-Einheit wieder erkenne, auch Laptops mit Fingerprint benötigten seit jeher relativ lange Zeit zwischen US und EU-Versionen. Aber nun zurück zum Keyboard…

Setup

Zum Aufbau des Keyboards muss das Keyboard einmal zwingend per mitgeliefertem USB-Kabel angeschlossen werden. Sofern der Rechner Bluetooth zur Verfügung hat kann das Kabel aber auch nach ein paar Minuten wieder abgezogen werden. Einige Minuten sollte das Keyboard aber dennoch per USB angeschlossen bleiben, da der Fingerprint-Reader deutlich zeitverzögert eingerichtet wird. Länger als 5 Minuten sollte der Prozess allerdings nicht dauern.

Das Keyboard verbindet sich erst per USB und danach vollautomatisch per Bluetooth, ist es per USB angeschlossen wird USB als Verbindung bevorzugt behandelt. Das Kabel ist also nicht nur zum Laden der Tastatur vorhanden. Eventuelle Bluetooth-Dongles können dann vom Rechner abgezogen werden. Ohne Bluetooth und ohne USB geht allerdings verständlicherweise nichts.

Fingerprint

Der Fingerprint Reader befindet sich in einer Taste. Damit wirbt Microsoft aktiv. Platziert ist die Taste dort wo auf anderen Keyboards die rechte Windows-Taste ist. Außer dem Fingerprint kann diese Taste aber auch nichts weiteres.
Um den Fingerprint zu scannen muss diese mit dem passenden Finger gedrückt werden – das war es auch schon mit der ganzen Funktion. Der Scanvorgang geschieht gewohnt schnell und dank der vermutlich größeren Scanfläche als die USB-Dongles alle bieten können in der Regel Fehlerfrei.
Eine weitere Funktion hat die Taste leider nicht, ich wäre davon ausgegangen dass sie außerhalb von Fingerprint als zweite Windows-Taste fungiert – das ist allerdings nicht gegeben.

Die gesamte Fingerprint-Funktion funktioniert laut Microsoft erst ab Windows 10. Für Nutzer älterer Systeme ist also das deutlich günstigere Surface Keyboard ohne Fingerprint geeigneter.

Aufbau

Im letzten Jahr zeigt sich deutlich dass Microsoft sich auf Zubehör fokussiert. Gerade mit den Type Covers vom Surface beweist man grandios, dass man Tastaturen meisterhaft bauen kann. Beim Modern Keyboard ist dies nicht anders. Für den stolzen Preis gibt es ein Keyboard welches vom Tippgefühl kaum Wünsche offen lässt – und das sage ich nach einem Umstieg von einem mechanischen Keyboard mit Cherry MX Switches.
Das Keyboard besteht ansonsten aus solidem Aluminium. Dies gibt dem ganzen Keyboard eine starke Stabilität und Wertigkeit. Besonders für die relativ schmale Bauweise des Keyboards finde ich das Gerät ziemlich stabil.
Die Größe der fest verbauten Batterie verschweigt Microsoft leider, hier wird nur von einer Laufzeit von bis zu einem Jahr gesprochen. Diese kommt zu ca. 60% geladen und kann mit dem beigelegten USB-Kabel auch im laufenden Betrieb wieder geladen werden. Eine kleine LED über den Pfeiltasten zeigt hier an ob voll oder nicht – weitere und genauere Ladestandsanzeigen (auch digital in Windows) gibt es leider nicht. Eine Akkustandsmeldung falls die Batterie leer wird sollte es aber hoffentlich geben. Falls es soweit ist werde ich hier berichten.

Einzig und allein Tastenbeleuchtung ähnlich der Type Covers könnte fehlen, meist arbeitet man aber nicht in völliger Dunkelheit und in der Regel kann man Blindtippen – daher wäre dies auch Meckern auf hohem Niveau.

Clever finde ich die Tastatur-LEDs für Num-, Scroll- und Caps-Lock in den Tasten direkt. Gegenüber zum Wireless Desktop 900 Tastatur/Maus-Set von Microsoft ohne Status-LED eine elegante Ergänzung des “Platzproblems” in schmaleren Keyboards.

Fazit

Man könnte zwar meinen das Modern Keyboard ist nur ein weiteres Keyboard aus dem Repertoire von Microsoft. Man sollte allerdings gerade dem Modern Keyboard etwas mehr Aufmerksamkeit zeigen. Besonders im Vergleich zu den vorherigen Keyboards von Microsoft zeigt sich der rasante Fortschritt deutlich – es gibt wenige andere Hersteller die mit diesem Fortschritt in dem Bereich Schritt halten können.
Für den Preis finde ich das Keyboard allerdings fast schon zu teuer. Nutzer sollten sich eindeutig überlegen ob sie den Fingerprint-Reader benötigen. Besonders weil das Surface Keyboard mit ca. 80€ dennoch deutlich günstiger ist und ein kleiner USB-Fingerprintreader aus Fernost mit gerade einmal 15€ nicht allzu sehr zu buche schlägt.
Der einzige Vorteil des Modern Keyboard ist also der Fingerprint in der Taste per Bluetooth – der ein klassischer Fingerprint-Reader in unauffälligem Design ist. Ob dies ein Preisunterschied von 60€ wert ist muss jeder für sich entscheiden.

Das Keyboard ist im Store von Microsoft oder in den meisten Shops eures Vertrauens seit kurzem erhältlich,
zum Beispiel bei Microsoft (Archivlink)

. Einige Shops weisen allerdings weiterhin ein Verfügbarkeitsdatum von Mitte Februar 2018 aus.

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