Logi Zone True Wireless

Seit etwa drei Wochen sind die Zone True Wireless im Einsatz. Den Hybrid aus PC Headset und Kopfhörern für die Straße.
Probleme mit InEar hatte ich bisher nicht. Natürlich sind Bügel-Kopfhörer länger tragbar, sind aber nicht unbedingt Brillenträger-Tauglich.
Wer lieber Bügel braucht, greift halt zum anderen Modell. Was Evolve2 für Jabra ist, ist Zone für Logi. Nur dass Jabra eben noch nicht mit True Wireless ankam.

Dongle und Bluetooth im Dualbetrieb

Einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt die Zone True Wireless wählte. Sie kommen mit einem USB-Dongle und damit mit einer voraussichtlich deutlich besseren Bandbreite als in eurem Bluetooth Kanal. Das kann fast jeder Kopfhörer aus dem Business-Bereich bereits, aber halt True Wire… (okay, ich hör schon auf…)

Alles hat aber auch Schattenseiten. Noch scheint sich Bluetooth und USB zusammen zu stören. Verbinden tut sich alles, aber die Logi Tune App kann die Einstellungen der Zone True Wireless nicht ändern, solange der USB-Dongle ebenfalls sendet. Was ich also vorschlage? Eine Windows-App, die genau das tut, was auch die Android-App tut, nur über den USB-Dongle.

Was man vielleicht auch verbessern könnte:

  • Optionen für Überspielen oder Durchmixen von Ton, wenn von den beiden Eingabequellen gleichzeitig Tonsignale kommen
  • Für genau diesen Fall auch eine Option, ob Play/Pause ans jeweils andere Gerät gesendet werden soll (auffällig für mich ist, dass Windows z. B. nur still wird, wenn das Smartphone klingelt, aber kein Pause-Befehl gesendet wird)

Active Noise Cancelling

Die Königsdisziplin für jedes Noise Cancelling ist Fahrtwind. Ab aufs Rad, ANC an und schauen, ob man überhaupt noch was von der Musik versteht ohne sie in den Tinnitus-Bereich hochdrehen zu müssen.
Auch Bose hat daran wohl etwas länger gearbeitet. Während meiner Zeit mit den QuietControl 30 wurde genau das nach und nach über Zeiträume von mehreren Jahren besser.

Weitere „Problemzonen“, die ich noch nicht testen konnte, wären prinzipiell deutlich lautere Geräusche, die an sich schon Hörschädigung hervorrufen würden. Dinge wie quietschende Güterzüge innerhalb von Bahnhöfen…
Was ich irgendwann feststellen werde: Zwei ICEs der DB, die sich bei gut 250 km/h gegenseitig kreuzen, erzeugen einen doch größeren „Druck-Ton“, der auch damals bei Bose schon deutlich schmerzhafter wurde als hätte man ihn ohne Kopfhörer erlebt.
All das wird sich noch rausstellen müssen.
ANC muss einfach eine gewisse Grenze kennen. A la „Das tu ich auch nicht in umgekehrt, weil es auch umgekehrt Hörschädigung wäre“. Einfach eine Priorisierung, wann der eigentliche Schallschutz der Kopfhörer zu priorisieren ist.

Die Zone True Wireless sind hier leider auch nicht die Spitze, Fahrtwind ändert seine Tonlage, ganz nach dem Gegenschall-Prinzip, das hinter ANC steht, aber er ist nun mal eben hörbar.

Klang und Mikrofon

Der Klang ist entsprechend gut, viel Unterschied zu den Bowers & Wilkins MM-1 höre ich nicht mehr, aber verlasst euch da nicht auf meine Meinung.
Auch bezüglich Mikrofon kann ich dem Volker Weber nur beipflichten. Mindestens auf Ebene der Jabra Evolve2 Serie. Unterschiede in Meetings hört man nicht mehr. Auch der Baustellenkompressor im eben verlinkten Beitrag zeugt von ganz guter Schallisolierung.
Hier gibt es also in den letzten Jahren wohl doch einige Fortschritte.

Was ein wenig stört, sind die 2–3 „geschluckten“ Sekunden, wenn lange kein Signal gesendet wird – nur beim USB-Dongle – man hört wie beide Geräte gesucht werden und erst hinterher ein sauberes Stereosignal aufgebaut wird. Da ist einfach ein paar Sekunden hin und her im Ton.

Und jetzt werde ich mal echt pingelig

Der USB Dongle könnte wie die Bolt-Receiver für Tastaturen ähnlich auswechselbar sein. Bolt und Unifying ist einer der Hauptgründe, warum Logitech in Firmen gut läuft, wenn der übliche Anwender Massen an Unifying Receivern verbaselt. Das könnte man auch bei Kopfhörern machen, oder? Einfach ein neuer Dongle, der im Frequenzbereich sucht und notfalls auch zwei oder drei Headsets gleichzeitig ansteuert, oder eben Kopfhörer.

Die Tasche ist schick, hat aber faktisch keinen Nutzen. Der USB-Dongle steckt in einem Pappschuber, das heißt aber auch, dass die Gummischlaufe für den Dongle alleine zu groß ist. Wenn wir jetzt schon dabei sind: Die Kopfhörer samt Ladecase passen eben nicht in die Schlaufe vom Schuber mit den Ersatz-Eartips – und wenn doch, dann bekommt man den Reißverschluss nicht mehr zu.
So bleibt das Täschchen eben ein Zubehörtäschchen und kann eben nicht dafür verwendet werden, die Kopfhörer mitsamt Zubehör zu transportieren. Das ganze dann aus Textil ist nett, auch für den Preis erwartbar, aber vielleicht für etwas, was nur im Schrank rumliegt etwas zu viel.

Fazit

Im Grunde genommen gibt es wenig auszusetzen. Logi ist es gelungen einen Business-Kopfhörer in Inears zu verpacken, ohne dass es größerer Nachteile bedarf.
Bei ANC gibt es besseres – dann aber aus dem Kopfhörer-Bereich, die Zone True Wireless versuchen zumindest auch weiterhin noch Headset zu sein.
Auch verständlich, kann sein, dass hier die Android-App noch in den Kinderschuhen steckt – vielleicht auch weil der Fokus bei Logi auf Apple liegt und die Android App nur mit leichten Anpassungen einfach von der iOS-App abgewandelt wird.
Für 300 Euro müsste man sich aber ganz bewusst für True Wireless entscheiden. Für gleiche Preise gibt es z. B. Plantronics Voyager oder Jabra Evolve2 Geräte.

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