Blacklane Pass

Dies ist ein Beitrag der längere Zeit als Entwurf im Blog rumlag. Es geht um eine Erfahrung aus 2018, weit vor der Corona-Pandemie. Für etwaige Fehler bitte ich zu entschuldigen - der Beitrag ist vermutlich sichtbar in zwei Teile geteilt die vom Schreiben her weit auseinander lagen und ist relativ schnell fertiggestellt worden.

Warten ist das blödeste was man machen kann – als sei es eine Entschuldigung dafür nicht produktiv zu sein. Ganz besonders an Flughäfen wird man aber regelmäßig dazu genötigt warten zu müssen.

Dafür hat man entweder einen Flughafenstatus – oder nutzt anderes. Gerade ich fliege nicht allzu viel. Würde ich mich bemühen Statuslevel zu erreichen, würde ich sinnlos rumfliegen, und da sind wir dann wieder in Richtung unproduktiv.

Um das Warten zu verkürzen gibt es dann aber auch Dienste die dann doch Zugang zur Priority Lane bringen. Entsprechend sind diese auch höher bepreist weil sie einerseits auf Berufsreisende zielen, aber auch andererseits die Masse von der Priority Lane fernhalten müssen – sonst würde sich ja jeder einbuchen und das Priority wäre keines mehr.

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Blacklane hat dafür einen dann doch recht günstigen Dienst. Man behauptet an 500 Flughäfen entsprechend Concierge Dienste anbieten zu können. Für 100 Dollar, für 50 weitere wäre Lounge-Zutritt zwischendrin auch möglich – inklusive Abholung aus der Lounge fürs Boarding. Klassischer Concierge eben.

Das ist ein bisschen zu schön um Wahr zu sein. Vergleichbare Concierge-Dienste verlangen für ähnliches locker mal 400 USD. In den FAQs steht dann auch etwas schwammig drin, dass man Leute die den Dienst buchen „an den Anfang der Schlange geleitet“ – also quasi sich nach vorne mogelt. 
Das ganze musste ich dann doch in New York mal testen.

Blacklane unterteilt hier in Arrival- und Departure-Concierge. Ich hätte viel lieber einen Arrival-Service gehabt, allerdings sei es bei internationalen „Arrivals“ für den Concierge nicht möglich entsprechend ans Flugzeug-Gate zu kommen um mich aus dem Flugzeug abzuholen. Das kann ich noch verstehen, schließlich ist Amerika deutlich strenger geworden was die Einreise betrifft. Auch wenn sich die Aussage von Blacklane nur auf den Flughafen JFK bezieht, wäre für schnellere Arrivals eher Global Entry geeigneter – welches in etwa gleich bepreist ist (Global Entry ist an sich das Berufsreisenden-Programm von Amerika. Nach der Registrierung ist die Einreise ähnlich schnell wie das Verlassen und Betreten des EU-Schengen-Raums durch Ein- und Ausreisemaschinen statt Personenkontakt. Was es damit auf sich hat könnt ihr auf Travel-Dealz lesen.)
Also kein Arrival, sondern Departure. Da ich auch mit Blacklane aus der Bronx raus fuhr (die Subway und die Buslinien bieten von der Bronx einfach keine gescheite Verbindung zu JFK) war eine entsprechende Übergabe am Auto direkt möglich.
Ich wurde also wie es sich gehörte am Auto abgeholt. Leider mit einiger Verzögerung, weil ich trotz Concierge jemand bin der eher sehr früh ankommt – allerdings war es möglich entsprechend im Auto zu warten während die Limousine vor der Departures-Halle stand.

Gepäcktransport, Einchecken und Boardkarten und alles was letztendlich zur Abreise gehörte wurde vom Concierge erledigt. In JFK ist das ein permanent Witze reißender Mann mit dem man auch viel lachen kann, auf entsprechende Probleme ist er direkt eingegangen. Zum Beispiel merkte er meine anfängliche Schüchternheit bei der simplen Checkin-Frage ob man denn jetzt wieder nach Hause fliegt oder nicht und beantwortete die Frage direkt selbstständig.
Für die Security ging es dann tatsächlich an eine Extra-Schlange. Keine Priority-Schlange, sondern die Schlange mit breiterem Zugang für Rollstuhlfahrer. Diese durfte ich überspringen und war direkt im Abflugbereich drin.
Alles in allem hat sich der Preis finde ich jetzt schon gelohnt. Das gleiche hätte man bekommen wenn man in den oberen Statusleveln einer Airline unterwegs ist, was gut und gerne allerdings 20.000€ Jahresumsatz an diese eine Airline bedeutet. Im Gegensatz dazu ist der Preis für Blacklane Pass entsprechend angemessen.

Nach der Security bot mir der Concierge entsprechend eine Lounge an, für die ich hätte allerdings separat zahlen müssen (übrigens nicht immer die Preise die vorab über Blacklane Pass ausgeschrieben wären). Die Lounge lehnte ich ab, bat den Concierge allerdings mir den Abflugbereich entsprechend zu erklären, damit ich in den zwei Stunden die noch blieben nicht sinnlos umherirre. Dafür nahm er sich entsprechend Zeit und erklärte alles inkl. dem Abflug- und Boarding-prozedere (darum bat ich ihn explizit).
Danach war der Concierge-Service vorbei. Priority-Boarding war nicht möglich, da dies Entscheidung der Airline ist und diese in der Regel dann doch lieber ein Statuslevel sehen möchte. Nach beidseitigem mündlichem Abschluss des Services ging der Concierge wieder seinen eigenen Aufgaben nach und ich hatte den Flughafen wieder ohne Assistenz für mich. Er hätte allerdings auch bis zum Abflug noch mit mir gewartet und war entsprechend erstaunt darüber dass ich seinen Service entsprechend früh beendete – das ist auch verständlich, da normalerweise bekanntere Prominente sich diesen Service buchen und damit eine Art Bodyguard im Flughafenbereich haben.

Im Grunde genommen ist der Service also gut. Ich würde euch raten den Service mit genügend Vorlaufzeit zu buchen oder bereits vor der Buchung mit Blacklane zu sprechen inwiefern ein Service überhaupt möglich ist. Es mögen 500 Flughäfen sein, allerdings vermute ich dass diese nicht an Hauptflugrouten liegen, so dass immer vorab ein Gespräch zwischen Blacklane und dem Flughafen notwendig wird. Blacklane Pass ist in meinen Augen also oft ein „VIP-Service Light“ – wird entsprechender Personenschutz tatsächlich notwendig würde ich eher den lokalen Flughafen oder lokale Dienste ansprechen. Das benötigt einige Zeit, besonders um den Spam im Internet von den ernst gemeinten Angeboten zu trennen, man wird aber meistens fündig.

Mit Blacklane gerade in der Bronx abgeholt zu werden ist eine Erfahrung in sich. Der Stadtteil Bronx ist sichtlich ein ärmeres Viertel und die soziale Ungleichheit ist hier besonders merkbar. Dort in einer Limousine von einem Anzug- und Seidenhandschuh tragenden Fahrer abgeholt zu werden ist so ziemlich der krasseste Unterschied den man dort überhaupt fahren kann.

In VDI-Umgebungen macht man kein Conferencing – Kapitel 3

Im Grunde genommen funktioniert Videoconferencing in VDI-Umgebungen ganz gut. Sofern man sich auf die Basis-Funktionen einschränkt. Sprich: Bild und Ton von one-to-one, zwar mit mehreren, aber fokussiert auf One-To-One oder One-To-All Kommunikation. Ohne hitzige Diskussionsrunden.

Die Grundvoraussetzung dazu ist eine weit überdimensionierte Leitung. Gerade wenn potente Konferenz-Hardware eingesetzt wird kann es in aktiven Coronazeiten vorkommen dass neben dem eigentlichen Traffic auch mal zwei 4K-Streams durchgeschossen werden. Und dabei sind auch Teilstrecken zu beachten – aber das habe ich bereits zur Genüge erwähnt.

Letztes mal ging es darum dass Microsoft ja eigentlich keine zwei Varianten von Microsoft Teams hat. Sprich: Es hängt aktuell einzig und allein an Citrix oder dem VDI-System dies irgendwie zu wuppen.

Aber es gibt doch diese nette Funktion X?

Jeder Anwender wird Funktionen voraussetzen die Microsoft Teams in VDI-Umgebungen nicht unterstützt. Viele Anwender erwarten sogar alle Meetingteilnehmer zu sehen. (Die vereinzelten Personen die eine auf Gegenseite deaktivierte Kamera kritisieren mal ausgenommen).
Genau das unterstützt Microsoft in VDI noch nicht. Gerade im Desktop-Betrieb fällt es unbedarften Anwendern also schwer überhaupt zu realisieren wo man sich gerade befindet, deshal das Kriterium „Allen Anwendern ist bewusst was VDI ist und wo der Unterschied liegt“ im letzten Kapitel.

Wir reden hier noch nicht von Anwendern die Funktionen aus Zoom oder BigBlueButton oder Jitsi oder welcher Software auch immer in Teams kopiert sehen wollen – wir reden hier von Basic Funktionen wie der Remotesteuerung oder simpel der Meetingaufzeichnung.

Wie gehe ich jetzt also vor wenn ich auf VDI angewiesen bin?

Ihr schaltet euch Teams in eurer VDI Umgebung. Für die Entscheider die dies einsetzen wollen. Sämtliche darauf folgende Meetings, egal ob alle sich im Büro gegenseitig anstecken oder nicht – finden über diese Installation statt. Alle produktiven Meetings der Entscheider müssen über Teams veranstaltet werden. Klar kann es Ausnahmen geben, dies aber Betriebsrats-mäßig per Beschluss in einer Konferenz.

Wenn es eine Ausnahme gibt, ist zu klären woran die Teams-Sitzung scheiterte und/oder warum die Sitzung nicht über Teams stattfinden kann. „Wir müssen Kekse essen“ oder „Es ist doch netter sich zu sehen“ ist hier kein Argument welches es notwendig machen würde.

Seid ihr auf lange sicht auf Meetings angewiesen, sei euch angeraten ThinClients durch Fatclients, ratsam in Laptop-Form zu ersetzen. Damit meine ich PCs mit Windows-Desktopsystem und entweder ausgerollten Desktops oder besser noch: ausgerollten Apps die dann auf VDI basieren. Damit tatsächlich in Einzelfällen VDI umgangen werden kann. Sehen die Anwender Verbesserung wenn sie VDI umgehen, werden sie sich sehr schnell daran gewöhnen, haben aber keine andere Wahl als VDI zu nutzen wenn eine App nun mal eben nur so kommt. Deshalb ist der Anwendungsbasierte Rollout besser, weil die meisten Anwender dann nicht mehr zwischen VDI und Lokal unterscheiden können. Das klingt etwas paradox, aber integriert per GPO ausgerollte lokale Apps viel besser und bei gut gemachtem Citrix dann ohne viel Unterschied zwischen VDI-Apps.
Es kommt aber immer darauf an ob es buchhalterisch günstiger ist als eine deutlich schnellere Leitung zu schalten und den VDI-Terminalserver mehr oder weniger mit ordentlicher Grafikpower auszustatten.

Ich kann momentan nicht über ein System mit potentem Terminalserver sprechen. Gefühlt lagert ein nicht darauf ausgelegter Terminalserver quasi alles auf den Client aus, damit schauen ThinClients per se in die Röhre. Egal ob eine Webcam überhaupt möglich ist oder nicht (Mit beabsichtigtem Seitenhieb auf Dell).